Emanuel von Salm-Salm - ein unbekannter Wohltäter

Erstveröffentlichung in "Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte", Heft 2, 1997

©Norbert Michel

Aus einem Bericht über Niederwalluf, erschienen am 1. Oktober 1952 im Wiesbadener Tagblatt:

"Zum Andenken seines Oheims errichtet von seinem Neffen, dem regierenden Fürsten Konstantin Alexander zu Salm-Salm ..." steht in etwas altertümlichem Deutsch als Inschrift unter der Putte, die sich so verträumt auf die Krone lehnt (Vollständiger Text der Grabinschrift am Ende des Beitrages *). Ein kleines Idyll gegenüber der Niederwallufer Kirche, an dem viele achtlos vorbeigehen, ohne es mit einem Blick zu würdigen. Und doch geht ein eigenartiger Zauber von dem Bildchen aus. Die "gute alte Zeit" spiegelt sich hier deutlich wieder, träumerisch, verspielt und ohne viel Sorgen. Heute hastet man an diesen kleinen Kunstwerken am Wege vorüber - und wie gut täte es so manch einem, wenn er sich einmal nicht von der täglichen Hetze treiben ließe und ein paar Minuten vor solch einem Bildchen verweilen würde.

Heute weitgehend unbekannt ist, daß Emanuel Heinrich Nikolaus Leopold zu Salm-Salm einer der größten Wohltäter der Niederwallufer Ortsgeschichte war.

Emanuel von Salm-Salm wurde am 22. Mai 1742 als 15. von 17 Kindern des Wild- und Rheingrafen Nikolaus Leopold Fürst zu Salm-Salm, Herzog von Hoogstraeten, und dessen Frau Dorothea Franziska Prinzessin zu Salm geboren.

Etwa um das Jahr 1795 wird Emanuel von Salm-Salm als Eigentümer des Hauses Rheinstraße 5 genannt. Dieses Haus, ursprünglich im Besitz der Niederwallufer Schultheißenfamilie Kirn, übernahm Salm-Salm von der Landgräfin von Rothenburg. Maria von Hessen-Rothenburg, geboren 18.04.1729, war verheiratet mit Emanuels Bruder Friedrich Ernst Maximilian von Salm-Salm, geboren 28.11.1732. Wahrscheinlich kam Emanuel über seine Schwägerin in den Besitz des Hauses. Nach dem Tode Salm-Salms kam der Hof in den Besitz des Barons von Wiesenhütten. Spätere Eigentümer waren die Familien Chamot und Maier. Älteren Wallufern ist der Begriff "Millionen- Maier" (Wg. dem Reichtum der Familie) noch geläufig. Nachdem das Haus um 1960 in den Besitz der Familie Becker kam, wurde es wenige Jahre später abgerisssen. Übrig blieb neben einem Seitenbau der nach dem Rhein zu gelegene Garten. Während der warmen Jahreszeit ist der im Garten untergebrachte Weinausschank ein beliebter Treffpunkt geworden.

Nebenstehendes Bild zeigt das Grabmal vor der Renovierung.

In seinem Testament verfügt der Fürst das ein größerer Geldbetrag für "nachstehende wohlthätigen Stiftungen zum Besten der Gemeinde Niederwalluf" bestimmt ist. Die Summe verteilt sich im einzelnen wie folgt:

Livers - Gulden

1 Für die Armen dahier

2400 - 1100

2 Für den Knaben Schulfond

1200 - 550

3 Für einen Mädchen Schulfond

1800 - 825

4 Für Ausstattung armer Mädchen

1200 - 550

5 Für Lehrgeld armer Knaben

1200 - 550

6 Für ein Anniversarium

600 - 275

in Summa

8400 - 3850

Das Fondvermögen wurde der Gemeinde leihweise zur Abzahlung schuldiger Kapitalien überlassen. Die Gemeinde musste den Betrag mit 5 % verzinsen.

Zu Punkt 1:

Jährlich am Todestag des Fürsten, dem 13. Mai, sollen 55 Gulden unter die hiesigen Ortsarmen verteilt werden. Der jeweilige Pfarrer soll die Liste der Ortsarmen zusammen mit dem Ortsvorstand und "Herrn Schipfer als vertrauten Freunde des Herrn Stifters" aufstellen. Joseph Schipfer war der Besitzer des heute als "Schlief`s Hof" bekannten Anwesens in der Niederwallufer Haselnußgasse. Seine Biographie erschien in der "Wallufer Ortsgeschichte" Heft 1/1993 des Heimatarchives Walluf.

Zu Punkt 2:

Aus dem Knabenschulfond soll der jeweilige Lehrer jährlich, ebenfalls am 13. Mai, 22 Gulden erhalten. Allerdings nur solange "wie gegen seine Kenntnisse, seinen guten Willen und Wandel keine gegründete Einrede statt findet". Am gleichen Tag sollen auch zwei Kinder "welche der zeitliche Herr Pfarrer und Schullehrer das Zeugnis der besten Aufführung und eines vorzüglichen Eifers ertheilt werden" 5 Gulden 30 Kreuzer bekommen.

Zu Punkt 3:

Die Gemeinde verpflichtet sich eine weibliche Lehrerin einzustellen, welche die Mädchen im Stricken, Spinnen und Nähen, auch "im Christenthum außer den gewöhnlichen Schulstunden" unterrichtet. Die jährliche Entlohnung von 84 Livers oder 38 Gulden 30 Kreuzer werden dem Mädchenschulfond entnommen. Ein Kind dieser Mädchenklasse "welches sich bei dieser Lehrerin nach ihrem Zeugnisse ausgezeichnet haben wird" bekommt gleichfalls am 13. Mai ein Geldgeschenk in Höhe von 2 Gulden 45 Kreuzern.

Zu Punkt 4:

Jene "Gemeinds Tochter, die sich durch Fleis, durch tadelloses Betragen nach dem Zeugnisse des Geistlichen und weltlichen Gemeinds Vorstands einer Ausstattung würdig gemacht haben wird, die ihr zugedachte 27 Gulden 30 Kreuzer" am 13. Mai überreicht bekommen. Sollte ein solches Mädchen nicht zu finden sein, ist die Summe anderen Armen zuzuwenden.

Zu Punkt 5:

Der Gewinn aus diesem Fond kommt einem armen Knaben zugute, welcher vom "Geistlichen und weltlichen Gemeinds Vorstande einhellig erwählt werden, welchem zu Erlernung eines Handwerks 27 Gulden 30 Kreuzer gereicht werden sollen, und sodan diese den für diesen zu wählenden Lehrmeister ausgehändigt werden".

Zu Punkt 6:

Von den Zinsen aus der Summe für das gestiftete Anniversarium sollen jährlich dem Pfarrer 5 Gulden 30 Kreuzer, ebensoviel den Kirchendienern. Unter den sonstigen "Bemühten" soll der Rest von 2 Gulden 45 Kreuzern aufgeteilt werden.

Der Fürst starb am 13. Mai 1808 in Niederwalluf. Die Gemeinde verpflichtete sich am 8. Juni 1810 den letzten Willen des verstorbenen für sich und ihre Nachkommen zu achten. Unterzeichnet wurde diese Willenserklärung von Schultheiß A.L. Müller, Bürgermeister J. Daubern und den Gerichtsgeschworenen T. Meister und P. Hild.

In einem Nachtrag vom 9. November 1835 erklären Pfarrer Mohr, Schultheiß Schranz sowie die Herren Daubern und Müller, das die Stiftungen der Punkte 1, 4, und 5 dem Niederwallufer Armenfond zugehören und der Kirchenfond keinen Anspruch darauf habe.

Das die Stiftung Meinungsverschiedenheiten mit sich brachte, zeigt folgendes von Gutsbesitzer Joseph Schipfer am 31. 10. 1817 verfasstes Schreiben:

Pro Memoria

"Auf Ersuchen des hiesigen Bürgermeisters H. Dauber erklär ich folgendes:

1: Daß es mir als Rathgeber bey dem letzten Willen des Hochseeligen Fürsten von Salm Salm, und als Verfasser seines Testaments sehr wohl bekannt ist, daß in demselben ein Kapital zu 400 Lives oder 1100 Gulden für die Armen von Walluf angesetzt, wovon die Zinsen zu fünf vom Hundert jährlich in Beyseyn des Pfarrers, und des Ortsvorstandes an dem Gedächtniß Tage unter die Armen solle vertheilt werden; welches auch bisher nach den vorgeschriebenen Formalitäten in meiner Gegenwart alle Jahre geschehen ist.

2: Daß des gleichen in demselben ein Fond von 1200 Lives oder 550 Gulden ausgeworfen, wovon die Zinsen zur Dotierung desjenigen Mädchen bey seiner Heyrath verwendet werden sollen, welches als das Sittsamste und Tugendhaftenste von der ganzen Gemeinde anerkannt würde. Da aber vorzusehen war, daß diese Ausmittelung Anlaß zu Hader und Neid in der Gemeinde gegeben haben würde, so haben H. Geheimrath Mollier als bevollmächtigter Testamentarius, Herr Justizrath Herber als Kommissarius der Hinterlassenschaft, und Ich, der dem Hochseeligen Fürsten bey Verfassung des Testaments diese Ideen angab, und seinen Willen völlig kannte, dieses Kapital zu jenem, welches der Hochseelige Fürst als Fond für die Mädchenschule bestimmt hatte, geschlagen.

3: Daß ebenfalls in demselben ein Kapital zu 1200 Lives oder 550 Gulden angesetzt sind, wovon die Zinsen bestimmt sind, einen braven Buben ein Handwerk lehren zu lassen.

4: Da H. Bürgermeister Dauber mir gesagt hat, daß die zwey letzte Kapitalien zu dem Armen Fond wären geschlagen worden, so finde ich mich von meinem Gewissen aufgefordert Folgendes zu erklären: Werden durch diese Verfügung die in dem Testament vorgeschriebenen Absichten des Hochseeligen erreicht, das heist wird von den Zinsen das Sittsamste Mädchen dotiert, oder einer tüchtigen Lehrerin eine Zulage gegeben; erhält davon ein armer braver Bube das Lehrgeld zu einem Handwerk, so findet der leiseste Widerspruch nicht statt. Sollten aber wider Vermuthen diese Kapitalien mit dem allgemeinen Armen Fond amalgamirt, und die Zinsen als Allmosen im allgemeinen vertheilt werden; so muß ich, so sehr ich mich für die leidende Menschheit interessiere, hier der Stimme meines Gewissens folgen, und frey, offen, und feyerlichst mich dagegen erklären, weil ich moralisch überzeugt bin, daß der Hochseelige, dessen Denkart, Herz und Willen ich durch und durch kannte, mir seine Einwilligung dazu gegeben hätte. Ist nun von höherem Orte die Einrichtung unwiderruflich anderst getroffen, so kann ich mich beym Wiedersehen jenseits gegen den Hochseeligen mit den Worten entschuldigen ich hatte das Meinige gethan".

Am 6. August 1902 schreibt Pfarrer Nagel an Bürgermeister Körber: Nach Nr. 10 von dem Fürsten Emmanuel Salm-Salm hinterlassenen Testaments für die hiesigen Armen 2400 Lives = 1920 Mark bestimmt und die Zinsen zu 5 % folgender Gestalt zu verwenden: Elf Gulden = 18 Mark 86 Pfennig dem Pfarrer für das jährliche Gedächtnisamt am 13. Mai, der Zinsenrest ist nach Abschlag dieser 11 fl. unter die Armen zu verteilen. Seit dem Todestage des Fürsten Salm-Salm am 13. Mai 1808 ist die Civilgemeinde in den Besitz des vorgenannten Kapitals gekommen, bis auf den heutigen vollständig darin geblieben und deshalb auch verpflichtet, die 18 Mark 86 Pfennig an den jeweiligen Pfarrer zu zahlen. Nagel schreibt weiter, daß er seit dem 1. Oktober 1886 Pfarrer in Niederwalluf ist, er aber nur am 13. Mai 1886 die 18 Mark 86 Pfennig aus der Gemeindekasse erhalten habe. Weil dieser Betrag auch in dem Verzeichnis der gestifteten Messen und Ämter in gleicher Weise wie bei den anderen Stiftungen aufgeführt ist, ohne das in den Bemerkungen zu den Stiftungen angegeben ist, das Kapital sei der hiesigen Civilgemeinde vermacht, wie es bei dem Jahramt für Frau Oberschultheis Susanna Müller der Fall ist, war er (der Pfarrer) der Meinung das er dieses Honorar aus der Kirchenkasse zu beziehen habe. Er beansprucht deshalb die Summe die ihm für 14 Jahre zusteht, und bittet um Nachzahlung. Bürgermeister Körber hat auf der Rückseite des Schreibens vermerkt, daß die Prüfung der alten Urkunden ergeben hat, daß das gestiftete Kapital für das Seelenamt in Höhe von 220 fl am 30. Juli 1830 an die Kirchengemeinde zurückgeschickt wurde. Die am 13. Mai 1886 gezahlten 18 Mark und 86 Pfennig seien daher zu Unrecht gezahlt worden, der Pfarrer habe diese Summe daher zurückzuzahlen. Die weitere Entwicklung der Meinungsverschiedenheit ist aus den Unterlagen leider nicht ersichtlich.

Nach dem 1. Weltkrieg kam es erst 1921 unter Bürgermeister Jansen wieder zu einer Geldübergabe:

Als bravster Schüler wurde Jakob Roos ausgezeichnet, die Mädchengabe wurde Lina Schranz, der späteren Ehefrau von Hans Klee überreicht. Die Lehrlingsgabe in Höhe von 43 Reichsmark wurde dem späteren Schreinermeister Franz Courtial übereicht.

Durch die ansteigende Geldentwertung, welche 1923 ihren Höhepunkt erreichte, wurde eine über einhundertjährige Tradition beendet. Das Fondvermögen war wie die Sparguthaben der Inflation zum Opfer gefallen.

Aus einer Klageschrift der Katholischen Kirchengemeinde Niederwalluf gegen die Zivilgemeinde Niederwalluf geht hervor, daß das Denkmal 1809 errichtet wurde und mit einem Eisengitter umgeben war. Der Schlüssel zu diesem Gitter befand sich im Besitz der Kirchengemeinde. Der jeweilige Küster hatte den Auftrag, jährlich am Todestag des Fürsten die Grabstätte mit den Wappen der Familie Salm-Salm zu schmücken. Die Wappen wurden in der Sakristei aufbewahrt.

Das ursprünglich an der Westseite der Kirche errichtete Denkmal wurde 1956 wegen dem Erweiterungsbau der Kirche an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Der derzeitige Zustand ist nicht besonders erfreulich, es wäre an der Zeit, dem Denkmal eine "Verjüngungskur" zukommen zu lassen.

Nachdem dieser Artikel in gekürzter Form an anderer Stelle veröffentlicht wurde, bekam der Wallufer Restaurator Michael Laros den Auftrag das Salm-Salm Grabmal zu restaurieren. Diese Arbeit war im Mai 1996 noch nicht abgeschlossen. Auch sind Überlegungen im Gange, ob das Denkmal nicht an eine andere Stelle verlegt werden soll.

Original-Abschrift des Testaments:

Copia

B ad Anlage I zu dem Armenfond gehörig

Da des Herrn Fürsten Emanuel von Sal Salm Durchlaucht nachstehende wohlthätigen Stiftungen zum Besten der Gemeinde Niederwalluf in ihrem Testamente gemacht haben als:

Livers - Gulden

1 Für die Armen dahier

2400 - 1100

2 Für den Knaben Schulfond

1200 - 550

3 Für einen Mädchen Schulfond

1800 - 825

4 Für Ausstattung armer Mädchen

1200 - 550

5 Für Lehrgeld armer Knaben

1200 - 550

6 Für ein Anniversarium

600 - 275

in Summa

8400 - 3850

So bekennen wir hiedurch obigen Kapital Betrag nebst den bis zum 15ten Januar und respective letzten April d.J. berechneten Zinsen ausgezahlt erhalten bei dahiesiger Gemeinde liehweis zu 5 procent angelegt, und durch Abzahlung anderer schuldigen Kapitalien zum besten Nutzen der Gemeinde verwendet zu haben. Und solle zu deren Sicherheit so viel von unsern gemeinheitlichen Alimenten verunterpfändet werden, als desfalls nöthig seyn wird. Damit aber auch dem Willen des wohlthätigen Durchlauchtigsten Herrn Stifters für ewige Tage nachgelebt werden, so haben wir mit Genehmigung unsers vorgesetzten Herrn Ambts folgende Beschlüsse zur unverbrüchlichen Befolgung auf ewige Tage gefasst, und versprochen für uns und unsere Nachkommen diesentheils pünktlich nach zu leben:

Ad 1 Sollen jährlich am 13ten May als am Sterbe-Tag des Hochseeligen Durchlauchtigen Herrn Stifters 55 Gulden unter hiesige wahren Orths Armen nach dem gestifteten Anniversario ausgetheilt werden, der zeitliche Herr Pfarrer soll die Liste der bedrängten Orts Armen vorher aufstellen hiernächst der zeitliche Orts Vorstand nebst dem Herrn Schipfer als vertrauten Freunde des tit Herrn Stifters und höchst dessen Wohlwollenden Intention besonders kündig und wenn dieser allenfalls nach seinem Todte statt seiner aus den Mitteln der Gemeinde bestellen wird bei jedem Armen die Gabe, die ihm von obigen 55 Gulden zu theile werden solle bestimmen hiernach die Austheilung, und die Liste in den gemeinheitlichen Rechnungs-Urkunden als Bescheinigung der Zahlung beilegen lassen.

Ad 2 Soll der zeitliche Knaben Lehrer von den Jährlichen Zinsen des Knaben Schulfonds so lange gegen seine Kenntnisse, seinen guten Willen und Wandel keine gegründete Einrede statt haben, Jährlich und zwar gleichmäßig am 13ten May 22 Gulden erhalten. Am nämlichen Tage sollen auch an zwey Kinder, welche der zeitliche Herr Pfarrer und Schullehrer das Zeugnis der besten Aufführung und eines vorzüglichen Eifers beim Schulunterrichte ertheil werden 5 Gulden 30 Kreuzer ausgetheilt und diese Austheilung gleichmäßig zur Rechnungsbeilge von dem anwesenden personale beschienen werden.

Ad 3 Was den Mädchen Schulfond betrifft so machen wir uns hiedurch verbündlich binnen 3 Wochen eine weibliche Lehrerin dahier aufzustellen, die die Mädchen im Stricken, Spinnen und Nähen, auch im Christenthum ausser den gewöhnlichen Schulstunden gegen die beliebte jährliche Belohnung von 84 Livers oder 38 Gulden 30 Kreuzer unterrichten solle, des solle jenem Kinde welches sich bei dieser Lehrerin nach ihrem Zeugnisse ausgezeichnet haben wird, am 13ten May das zugedachte Geschenk a 2 GUlden 45 Kreuzer abgereicht werden.

Ad 4 Verpflichten wir uns ferner, am 15ten May jener Gemeinds Tochter, die sich durch Fleis, durch tadelloses Betragen nach dem Zeugnisse des Geistlichen und weltlichen Gemeinds Vorstands einer Ausstattung würdig gemacht haben wird, die ihr zugedachte 27 Gulden 30 Kreuzer oder falls eine solche nicht vorhanden seyn würde, anderen würdigen Armen zu zu wenden.

Ad 5 An dem eben benannten 13ten May, als welcher doch besonders der Wohlthätigkeit geweihet seyn soll, soll jener Arme Knabe vom Geistlichen und weltlichen Gemeinds Vorstande einhellig erwählt werden, welchem zu Erlernung eines Handwerks 27 Gulden 30 Kreuzer gereicht werden sollen, und sodan diese hiernächst den für diesen zu wählenden Lehrmeister ausgehändigt werden. Das am 13ten May über die Erfüllung der vorgedachten Abschlüsse gleich nach dem Aniversario abzuhaltende Gerichtsprotocoll soll nicht allein jeden mal an das Herzogliche Amt zu Eltvill zur Bestättigung eingesendet, sondern auch wenn die Stimmen des geistlich und weltlichen Gemeinds Vorstandes über irgend einen Gegenstand dieser Beschlüsse getheilt seyn sollten, diesem die Entscheidung der Sache überlassen werden.

Ad 6 sollen von denen für das gestiftete Aniversaria jährlich geh r Zinsen dem zeitlichen Herrn Pfarrer 5 Gulden 30 Kreuzer, eber so viel den Kirchendienern, und sonstigen dabei Bemühten den Rest a 2 Gulden 45 Kreuzer der Niederwallufer Kirchen-Fabrick zugewendet werden. Zu mehrn ver Begläubigung, und Festhaltung alles vorstehenden haben wir Schultheiß, Gerichts Geschworene und Bürgermeister uns eigenhändig unterschriebene das Gerichts insigel beigefügt, auch die Bestättigung unseres Vorgesetzten H.H. Amts Schuldigst nachgesucht.

Geschehen Niederwalluf

am 8ten Juni 1810

A.L. Müller Schultheis Herber Justitzrath

Johann Daubern Bürgermeister

Thomas Meister Gerichtsschäft

Peter Hild Gerichtsgeschworener

Daß die eben verzeichneten Fürst Salmischen Stiftungen und zwar jene

in W 1 für die Armen

in W 4 für Ausstattung einer tugendhaften Bürgerstochter

in W 5 für Erlernung von Handwerken armer Bürgersknaben dem Niederwallufer Armenfond zugehören und der Kirchenfond keinen Anspruch darauf zu machen habe, wird hiermit bescheinigt, Niederwalluf am 9. November 1835

Mohr, Pfarrer

Schranz, Schultheiß

Christoph Daubern

Müller

Wappen der Familie Salm-Salm

*Abschrift der nur noch schwer lesbaren Grabinschrift:

MORTELIUM LONGE OPTIMUM

BAPISTUM DEGUS AMIGORUM DELICIMO

SERENISSIMUS PRINCIPIS E(M)MANUEL DE SALM SALM

EX AVIDA WILD ET RHEINGRAVIORUM SPIRITI

EHEUITICINA EVERD NIUN OBLMONE LACEF

MELIONE SU PARTE DA SUPEROS EVOCATE

DE EXIMAI ANO CHRISTI MDCCCVIII

AETATIS PROBE IXV

RIP

ZUM ANDENKEN SEINES UNVERGESSLICHEN OHEIMS ERRICHTET

VON SEINEM NEFFEN DEM REGIERENDEN

FÜRSTEN CONSTANTIN ALEXANDER IOS
ZU SALM SALM

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© 1996 Norbert Michel Walluf