Die evangelischen Kirchenbücher im Rheingau

Erst nachdem der Napoleonische Präfekt von Mainz am 2. Mai 1802 ein Toleranzedikt erliess, durften sich Protestanten im Rheingau niederlassen. In den Jahrhunderten davor, unter Kurmainzischer Herrschaft, war es den Rheingauer Schultheissen bei Strafe untersagt, Protestanten als Neubürger aufzunehmen. Der Rheingau war ein rein katholisches Land.

Am 3. Mai 1827 genehmigte der Herzog von Nassau die Einrichtung einer evangelischen Pfarrei im Rheingau.

Am 24. Februar 1835 wurde Ludwig Wilhelm Eibach zum ersten evangelischen Pfarrer, mit Sitz in Oestrich ernannt. Bereits nach kurzer Zeit verlegte er den Sitz der Pfarrei nach Erbach.

Zwischen 1802 und 1835 sind die Tauf-, Trau und Sterbedaten der evangelischen Einwohner in den katholischen Kirchenbüchern des jeweiligen Wohnortes zu suchen.

Von 1835 bis 1857 sind die Tauf-, Trau und Sterbedaten aus allen Rheingauorten in Erbach verzeichnet.

Mit Beginn der Rüdesheimer Kirchenbücher 1857 werden die Tauf-, Trau und Sterbedaten der folgenden Orte in Rüdesheim geführt: Winkel, Geisenheim, Rüdesheim, Assmannshausen, Lorch, Lorchhausen, Ransel, Presberg, Wollmerschied, Espenschied, Stephanshausen, Eibingen und Johannisberg.

Seit Gründung der Pfarrei Oestrich 1891 sind die Tauf-, Trau und Sterbedaten der folgenden Orte in Oestrich zu suchen: Kloster Eberbach, Eichberg, Oestrich, Mittelheim, Hallgarten und Hattenheim.

1955 wurde die Gemeinde Niederwalluf selbstständig. Zu dieser Pfarrei gehören die Orte Niederwalluf, Oberwalluf, Rauenthal und Martinsthal.

Quellen:

Die evangelischen Kirchenbücher im Regierungsbezirk Wiesbaden, von K. Spiess, in Nassauische Annalen 1909

Die evangelische Johanniskirche zu Erbach im Rheingau, Evangelische Kirchengemeinde Eltville-Erbach-Kiedrich, 1990

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Letzte Aktualisierung 15.03.2001
© Norbert Michel