Der Backofen und das Gebück in Niederwalluf

und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Ort und die Einwohner

© Norbert Michel

Zweite, verbesserte, Auflage des 1991 anläßlich der Ausstellung "Walluf vor 200 Jahren" erschienenen Aufsatzes.

Der Artikel erschien auch 1997 in Heft 2 der "Beiträge zur Niederwallufer Orstgeschichte".

Zum Schutze des Kurmainzischen Rheingaues wurde wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert eine Landwehr -heute als Rheingauer Gebück bekannt- angelegt, welche im Weistum von 1324 eindeutig belegt ist. Diese Anlage, beginnend bei Lorch, zog sich durch das Wispertal und die Taunushöhen bis zum Wallufbach unterhalb Schlangenbad, dem Bach (der weitgehend die Grenze zum Lindauer Gericht bildete) folgend bis zur Mündung in den Rhein bei Niederwalluf.

Durch die Topographie bedingt, war die Ostgrenze des Rheingaues -das Tal der Walluf- besonders durch Angriffe gefährdet, und deshalb mit etwa 18 Bastionen und Bollwerken verschiedener Bauart und Größe befestigt. Niederwalluf, als "Tor des Rheingaus" den Angriffen in erster Linie ausgesetzt, wurde im Laufe der Zeit immer stärker ausgebaut.

Die erste Ausbaustufe im Tal der Walluf hielt sich an den Grenzverlauf zwischen dem Kurmainzischen Rheingau und dem Territorium der Ritter von Lindau auf der linken Seite des Baches.

Nach dem Abschluß der dritten Ausbaustufe befanden sich in Niederwalluf:

Im 14. Jahrhundert

Als König Ludwig im Jahre 1318 zusammen mit den Erzbischöfen von Mainz und Trier bei Schierstein lagerte und nassauisches Land verwüstete, blieb dem Rheingau die Vergeltung nicht erspart. Nach vermutlich kleineren Überfällen wurde der Rheingau im Jahre 1320 ernsthaft durch die nassauischen Grafen heimgesucht. Dabei soll auch Walluf verbrannt worden sein. Grund der Belagerung von Schierstein war die Königswahl gewesen. Der Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt war für die Wahl des Pfalzgrafen Ludwig von Bayern, während die nassauischen Grafen für den von der Habsburgischen Partei vorgeschlagenen Friedrich von Östereich waren und somit schärfste Gegner des Mainzer Erzbischofs und gleichzeitigen Erzkanzlers. Pfalzgraf Ludwig hatte sich jedoch durchgesetzt und war seit 1314 König. Wie die Überfälle auf den Rheingau und die Vernichtung Wallufs zeigten, war die Landwehr ernsthaften Angriffen nicht gewachsen. Dies war sicher der Grund für eine Verstärkung des Gebücks. Im Niederwallufer Ortsgebiet wurde durch den Bau einer zweiten Verteidigungslinie die Abwehrbereitschaft verstärkt. Durch eine Urkunde aus dem Jahre 1367 kann man die Bauzeit annähernd bestimmen. In dieser Urkunde heißt es: "In dem Dorfe zu Niederwaltaffen, gelegen im Mainzer Bishtumb, anderseits der Bach bei dem Steg gen der neuen Pforte an Götz Wikelsen Garten in der von Lindau Gericht...". Diese Urkunde belegt, daß sich die zweite Verteidigungslinie auf Lindauer Gebiet befand. Ob diese Baumaßnahme mit Zustimmung der Ritter von Lindau erfolgte, läßt sich nicht feststellen.

 

Im 15. Jahrhundert

Das Güterverzeichnis des Deutschritterordens nennt um 1450 den Landgraben zu Niederwalluf. Henßels Peter entrichtete an den Orden 2 Gänse oder 6 Schilling für am Landgraben gelegenes Land, welches er von den Rittern gepachtet hatte (Auskunft Scharhag). Im 15. Jahrhundert hatte das Gebück im Walluftal zweimal den Rheingau vor Verwüstung und Plünderung geschützt. In den Auseinandersetzungen um die Mainzer Kurfürstenwürde zwischen Dieter Graf von Isenburg und Adolph II. Graf von Nassau stand der Rheingau auf Seiten des Nassauers. Dieter von Isenburg versuchte deshalb 1461 den Rheingau zu erobern. Mit seinem Heer lagerte er jenseits des Gebücks in der Nähe des Klosters Rode. Durch die Verteidigungsanstrengungen der Rheingauer abgeschreckt zog er sich jedoch nach Kastel zurück. Im folgenden Jahr versuchte er es noch einmal mit seinem Verbündeten, dem Kurfürsten und Pfalzgrafen Friedrich I. Aber auch diese noch größere Streitmacht konnte in zweitägigem Sturm auf das Gebück die Hinternisse nicht überwinden. Die Folge dieser Angriffe auf den Rheingau waren wahrscheinlich der Anlaß die Gebückanlagen noch mehr zu verstärken.

Der Bau der dritten Verteidigungslinie um das Jahr 1495/96 erfolgte ohne Zustimmung der Ritter von Lindau. Laut einer Urkunde (Hess. Hauptstaatsarchiv Wbn. 108/927) vom 17. September 1496 versuchte der bevollmächtigte des Grafen Adolf von Nassau-Wiesbaden (als Lehnsherr der Ritter von Lindau) gegen den von Kur-Mainz begonnenen Neubau eines Bollwerkes außerhalb des Rheingaues vor der "äußersten Pforte zu Walluf vergeblich zu inhibieren (lat.: Einhalt tun, verhindern)".

Diese dritte Verteidigungslinie, deren Verlauf in etwa der heutigen Johannisbrunnenstraße und Adelheidstraße folgte, schloß die Errichtung des mächtigsten Bollwerkes der Rheingauer Landwehr, den Backofen, mit ein.

Im 16. Jahrhundert

In seinem Aufsatz über das Lindauer Gericht (Wiesbadener Tagblatt vom 11. Februar 1895) schreibt Th. Schüler: 1506 lag eine Beschwerde des Grafen Adolf von Nassau-Wiesbaden bei dem Kaiser Maximilian darüber vor, daß sich Kurmainz unterstanden hatte, zur Absperrung des Rheingaues ein großes steinernes Bollwerk, einem Schloß gemäß, bei Walluf auf Lindauischem Grund und Boden aufzuführen". Der Bau des Backofens (wie das Bollwerk genannt wurde) an dieser Stelle verdankt seine Entstehung sicherlich auch dem Umstand, daß die Rheingauer Landstraße, der wichtigste Zugang zum Rheingau, hier direkt unter einer kleinen Anhöhe vorbeiführte.

Der Backofen zu Niederwalluf (nach Cohausen)

Hermann Bär, der Chronist des Kloster Eberbach schreibt 1799 in seinen "Diplomatischen Nachrichten": "Die erste und Stärkste dieser Festungen (des Gebücks) war vor Niederwalluf an der Landstraße errichtet, um diesen Hauptpaß des Rheingaues zu decken. Sie bestand in einem großen, mit massiven Mauern aufgeführten und gethürmten Bollwerke, daß in der gemeinen Sprache der Backofen hieß. Diesen Namen erhielt es ohne Zweifel von seiner innern Einrichtung, Kraft welcher sein gewölbtes Behältnis einer zahlreichen Besatzung zulänglichen Raum verschaffte. Seine beiden Flanken waren mit hohen Wällen und dem tiefen Landgraben geschützt. Dadurch ward es auf einer Seite mit dem nahen Rheine, und auf der anderen Seite mit dem Gebück verbunden".

Der Backofen zu Niederwalluf (aus der Ostein`schen Karte), in "Das Rheingauer Gebück", von Dr. G. Lüstner, 1913

Im Bauernkrieg erhoben sich auch die Rheingauer gegen ihre geistliche Herrschaft. Etwa 5 Wochen übten die Rheingauer selbst, zum Teil mit dem verbündeten einheimischen Adel, die Macht im Lande aus. Nach dem Zusammenbruch des Aufstandes in Süddeutschland erschienen die Söldnerhaufen des gefürchteten Georg Truchseß von Waldburg -dem Bauern-Jörg- vor Niederwalluf. Obwohl "ettliche lose unachtsame Landeseinwohner und die ersten Aufrührer sich auf dem Graben zu Walluf versammelt und zum Widerstand aufgefordert" hatten, unterwarfen sich die Aufständischen am 17. Juni 1525 kampflos dem Söldnerhaufen, nachdem sie von der gnadenlosen Niederschlagung des Aufstandes durch Brandstiftung, Mord und Blutvergießen in den anderen Ländern erfuhren.

Zwischen dem Backofen und dem Rhein befand sich als Teil der Befestigungsanlagen ein tiefer Graben. 1557 verleiht der Mainzer Kurfürst Daniel Brendel von Homburg seinem Getreuen Philipp von Grorod, Amtmann zu Lahnstein, folgende Rechte: "... in unserem land, dem Rheingau zu Niederwalluff einen Graben unterhalb der durchgehenden landstraßen, anfangend, und herab bis auf den Rhein zihend, liegen haben, dergleich wohl zu dieser Zeit öde, und zu keiner nuzbarkeit zu gerichtet, aber Vermuthlich in solchen bau zu gestellt werden könnte, daß zu zeiten wachsenden Rhein wassers etwa von Fischen darinnen zu behalten, und zu Niessen sein mögte..."

Dies war sicher nicht im Sinne der Ritter von Lindau. Den einige Zeit später klagten die Lindauer über den zwischenzeitlich mit Wasser gefüllten Graben, der dann auch wie seinerzeit vorgeschlagen, mit Fischen besetzt war. Hauptärgernis der Lindauer war sicher nicht die Nutzung des Grabens durch den zwischenzeitlich zum Vitzedom des Rheingaus ernannten Philipp von Grorod (dessen Wappen von 1542 noch heute im Haupthaus seines Niederwallufer Hofes, dem heutigen "Schliefs Hof" zu sehen ist), sondern der Verleihungsakt der Nutzungsrechte durch den Mainzer Kurfürsten. Dieser Vorgang konnte nach Ansicht der Lindauer nicht rechtens sein, weil sich der Graben ja auf ihrem Gebiet befand. Diese Streitpunkte versuchte man 1521, 1523 und 1579 gerichtlich zu klären.

Ein 1521 abgeschlossener Vertrag (Hess. Hauptstaatsarchiv Wbn. 137/V1) klärt die zwischen Kur-Mainz und den Rittern von Lindau bestehenden Probleme. Zu den Befestigungsanlagen wird folgendes ausgesagt: "Und alß etlich Bollwercke, gräben und Landtvesten, durch die Landschafft des Ringgauwes im Lindawer gericht erbawet und uffgerichtet sein, Haben wir Philipß Graf zu Naßaw abgemelt, alß Lehenherr des Lindawer gerichts, und die obgenanten von Lindaw, umb guter nachparschafft, Zugelaßen und bewilliget, das dieselbige Befestigung wie die Zeit stehen; sollen pleiben, doch das durch den Stifft von Mainz, noch die Landtschafft des Ringgawes nicht weiter Bollwercke, Befestigung oder Gräben, usgeschieden der Jezigen im Lindawer gericht gebawet oder uffgerichte Bollwercke und gräben, wie obengezeigt, im pilligen baw gehalten werden mögen, Und das auch diese unser Graf Philips von Naßaw und deren von Lindaw obgemacht, Zulaßen und bewilligung des Bollwercks und der uffgeworffenen gräben, so zu Zeiten einem Erzbischow und Stifft zu Mainz noch auch der Landschafft des Ringgaws kein Oberkeit ad Herrlichkeit des Orts geben, und des Graf Philipsen von Naßaw abgemelt, und unseren Erben auch deren von Lindaw, ahn unseren und Ihren Obrigkeiten, Herrlichkeiten und gerechtigkeit im Lindawer gericht, so viel wir und die von Lindaw daran haben, kein abbruch oder verlezung thun". Erweiterungen der Befestigungsanlagen waren also nicht erlaubt. Es wurde aber geduldet, daß die bestehenden Anlagen repariert und unterhalten werden dürfen.

Endgültig wurden die immer wieder auftretenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Lindauern (und seit 1675 ihren Nachfolgern, der Familie von der Leyen) und Kurmainz erst durch die veränderten politischen Verhältnisse Anfang des 19. Jahrhunderts.

Den genannten Graben nannten die Niederwallufer den "von Koeth`sche oder Weyer-Graben". Die Familie von Koeth kam durch Heirat in den Besitz des ursprünglich Grorod`schen Hofes in Niederwalluf.

Auch andere Teile der Befestigungsanlagen wurden wirdschaftlich genutzt. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts befinden sich im Gemeindearchiv Walluf Unterlagen aus denen hervorgeht, daß die in den Gräben befindlichen Wiesen (die sich im Gemeindeeigentum befanden) an Wallufer Bürger zur Nutzung versteigert wurden. So war (laut Gemeinderechnung G112/1775) der "gemeine gebück graben hinter dem Bollwerck" für 9 Jahre an Peter Azelbach verpachtet. 1775, im zweiten Pachtjahr, zahlte Azelbach dafür 2 Gulden 20 Kreuzer. Jacob Lenges und Jacob Weil zahlten für einen "halben graben" am Stockgarten 1775 im zweiten Pachtjahr je 1 Gulden und 10 Kreuzer. Die Gebückäcker der Gemeinde Niederwalluf wurden 1775 auf 8 Jahre an folgende Niederwallufer Bürger verpachtet:

Jacob Henrich Junior

Peter Azelbach

Georg Wolff

Martin Bruckenburg

Nicolaus Fruhthuber

Wilhelm Blees Junior

Johannes Blanck

Johannes Schwed

Bernard Kirschner

Anton Wendel Mehl

Sebastian Lumb

Johannes Hincke

Caspar Beringer

Wilhelm Blees Senior

Johannes Gieß

Johannes Daubern

Martin Mehl

Martin Führer

Christoph Michel

Anton Schuman

Michael Bauman

Von den 91 Niederwallufer Bürgern des Jahres 1775 hatten somit 21 Bürger Gebückäcker gepachtet.

Auch die Niederwallufer Pfortenhäuser waren vermietet. So hatte Carl Jacob Scherff "an Hauszins von der Bollwerckpforth als von St. Martini 1774 bis dahin 1775" 6 Gulden zu zahlen. Um 1780 tauschte die Gemeinde Niederwalluf, als Eigentümer der Bollwerkpforte, diese mit Martin Kerzer, dem Besitzer der Nikolay-Pforte. Kerzer besaß neben der Pforte auch das "sogenannte Land-Wachthaus, samt Garten nach dem (Johannis)Brunnen". Pforte und Landwachthaus waren im Feuerkataster 1780 zusammen mit 220 Gulden versichert. Beide Gebäude wurden 1808 "bei Umlegung der Landstraße dazu genommen", also abgerisssen.

Die Nikolay-Pforte befand sich 1773 im Besitz der Erbengemeinschaft Nikolay. 1780, wie bereits oben erwähnt, wird Martin Kerzer als Eigentümer genannt. In den Rechnungen heißt es "die Gemeinde hat diese Pfort gegen herausgab des gemeinen Haus am Johannes Bronnen eingetauscht, bey Errichtung der neuen Brück, um die Landstraße zu erweitern, wurde das Haus im Jahr 1780 abgebrochen".

Die zwischen Nikolay- und Bollwerkpforte befindliche Säu-Pforte befand sich 1773, einschließlich 12 Ruten Garten, im Besitz der Gemeinde. Das Feuerkataster 1780 beschreibt die Anlage als Pforten-Haus, versichert mit 60 Gulden, die dazugehörende Stallung war mit 50 Gulden versichert. Ihren Namen Säu-Pforte bekam diese Pforte deshalb, weil in ihr der Niederwallufer Schweinehirte wohnte. 1819 wird Martin Mehl als Besitzer genannt. Wahrscheinlich ist er aber nur Eigentümer des Gartens. Die Pforte war zu jener Zeit bestimmt schon niedergelegt.

Über die in der heutigen Bahnhofstraße gelegene Feldpforte ist nichts näheres bekannt.

Im 17. Jahrhundert

Vom 25. bis 27. Februar 1619 unternahm eine Gruppe von Rheingauer Bürgern und Amtsträgern, unter der Führung des Rheingauer Vizedoms Wolf Heinrich von Breidenbach, eine Besichtigung des Gebücks zur Feststellung seiner Abwehrbereitschaft. Anlaß war der Dreißigjährige Krieg, der ein Jahr zuvor begonnen hatte. Im Protokoll heißt es: "... alle Gebücke und Bollwerke, Häge und Schläge umritten und mit sonderbaren Fleiss beaugenscheinigten, und deren Defecte und Mängel nach Vermögen notirten und selbige fürbass verbessern zu lassen sich entschlossen". Verschiedene Befestigungsanlagen im Tal der Walluf bestanden laut Protokoll die Prüfung nicht. Die Verteidigungsbereitschaft war an mehreren Stellen nicht gewährleistet. Der Backofen und die anderen Niederwallufer Anlagen wurden nicht genannt, sicher deshalb, weil ihr Zustand den Anforderungen entsprach.

1622 rückte die Kriegsgefahr für den Rheingau infolge der Schlacht bei Höchst am Main näher. Am 15. Juni 1622 verfügte der Gewaltbote Niclas Itsstein in Walluf ein Treffen mit einer Anzahl Bürger aus jedem Ort des Rheingaus, um "undig Neuendorff ein Brustwehr uffzuwerfen".

Im Jahre 1620 hatte die Fähre Niederwalluf - Budenheim wichtige Arbeit zu leisten. Zu ihrer Sicherung, sowie zur Sicherung der Durchgangsstraße, wurde ein Wachdienst eingerichtet. Dazu erließ der Vizedom eine Wachordnung. Im gleichen Jahr überschritten verbündete spanische Truppen des Generals Spinola bei Walluf den Rhein. Diese Truppeneinheit, 1000 Mann zu Fuß und 500 Musketiere unter dem Kommando des Grafen Ernst von Isenburg, wurde zur Sicherung der Maingegenden eingesetzt

Einzelne kleinere Truppenteile durchzogen den Rheingau. Zu Walluf lag der Obrist Bastlein (Bastian) Bauer. Am 3. Oktober 1622 führten drei Karcher zwei grobe Geschütze von Rüdesheim nach Walluf. Die Marktschiffe des Ober- und des Mittelamtes trafen ebenfalls dort ein, "uf das Leopoldische kriegs volck überzuführen", gingen aber, weil die Truppen nicht eintrafen unverrichteter Dinge wieder nach Hause. In der Wallufer Gemarkung waren durch die Schanzarbeiten die Obstbäume vielfach beschädigt worden und mußten entfernt werden. Die Gemeinde erhielt 150 Reichstaler Ersatz vom Lande ausgezahlt. Die durch das viele Fahren von Proviant und Kriegsbedürffnissen stark mitgenommenen Schiffe des Wallufer Fahrs mußte das Land für 50 Reichstaler ausbessern lassen und wies dazu sechzig Stämme Eichenholz aus den Vorderwäldern an.

Das 1952 errichtete Terassenrestaurant befindet sich an der Stelle, wo früher das Bollwerk Backofen stand

Am 29. November 1631 wurde Niederwalluf durch einen schwedischen Trompeter zur Übergabe aufgefordert. Weil sich die Rheingauer, verstärkt durch spanische Truppen, in den Festungsanlagen sicher fühlten, lehnten sie die Aufforderung zur Kapitulation ab. Nachdem die Schweden erfolglos versuchten bei Niederwalluf in den Rheingau einzudringen, gelang es ihnen durch Kriegslist und Verrat die Befestigungsanlagen bei Neudorf (Martinsthal) zu durchbrechen und Niederwalluf mit dem Backofen von der Rückseite zu stürmen. 3 1/2 Jahre blieb der Rheingau in der Hand der Schweden. Im Februar 1635 gelang es den Kaiserlichen für kurze Zeit den Rheingau zurückzuerobern. Am 1. April 1635 jedoch setzte der schwedische Kommandant Oberst von Hohendorf von Mainz aus eine Truppe über den Rhein. Nachdem die Schweden Wiesbaden eingenommen hatten, beschossen sie mit 4 Kanonen den Backofen und marschierten dann ohne Widerstand vorzufinden in den Rheingau ein. Nach mehreren wechselnden Besatzungen wurde Anfang Dezember 1639 Niederwalluf nach heftigem Kampf um die Befestigungsanlagen von den zur katholischen Liga gehörenden bayerischen Truppen zurückerobert. Während der Kämpfe hatte sich fast die gesamte Niederwallufer Bevölkerung in den Grorodschen Hof (Haselnußgasse 9, Schlief`s Hof) zurückgezogen. Nachdem die Bayern den Ort besetzt hatten, fiel aus dem Hof ein Schuß, der einen bayerischen Reiter tödlich verletzte. Verdächtigt wurde Hans Georg Langwerth von Simmern, der diese Beschuldigung zurückwies und auch entkräften konnte. Nun wandte man sich an die Gemeinde Niederwalluf um Herausgabe des Täters. Zu einer Entscheidung in dieser Sache kam es dann scheinbar durch den Abzug der Bayern bedingt nicht mehr. 1639/40 und 1644/48 war der Rheingau von Franzosen besetzt. Kamphhandlungen fanden keine mehr statt.

Ob die häufigen Einquartierungen während des Dreißigjährigen Krieges in Niederwalluf in Zusammenhang mit den hier vorhandenen Festungsanlagen stehen, kann ich nicht zu beurteilen. Um einen Eindruck von der Härte des Krieges und den damit verbundenen Problemen und Kosten welche auf die Niederwallufer Bevölkerung zukamen zu Vermitteln, im Anschluß eine Abschrift aus einem Protokollbuch der Gemeinde Niederwalluf:

Verzeugnuß der Cösten so von eroberung des Ländtleins Ringaws von den Schweden ad 1631 bis uff tato in der Gemeindt ergangen.

Dannach der Schwedt 7 gantzer tag alhier losirt, hatt sambtlicher ausmarcker welche das ihrige vor den Einfal hinweg bracht ihre hauser durch die Gemeindt müsse gespeist werden und großen Schaden durch ihre ledige Häuser leiden müssen deretwegen sie der gemeindt einer getzlichkeit zu thun schultig sein sehet zu erkandtnuß.

Nach deme der Schwedt daß Landt quitirt ist der Heß hinein kommen und eingenommen haben 7 Wochen im landt logirt von diesen wir das blohe Regiment gehabt, der Obristen Uhsten haben ihre Häuser abermalen von den Nachbauen müssen gespeist werden.

Nachfolgents Graff Johann von Dillenburg die ostern alhier angelangt 11 tag logirt haben abermale ihr ledige heuser von uns müssen gespeist werden.

Demnach seindt zwo Compagni Traconer von Frantzosen angelangt haben 6 Tag quartir gehabt haben ihre ledige Hauser abermalen von unsere nachbarn müssen gespeist werden und daneben uff die 90 Reichthaler aufgebrecht.

Von obristen Schauelischg haben den ganze Sommer erkranckte Solthaten gelegen hat die Gemeindt ihr Häuser abermalen in allem Schadtlos halten und vertretten müssen.

Der Hauptman Steinbrenner hat her nache alhier logirt ist Ungefehr uffgangen daran ihr quota zu zalehn.

Zu Zwey underschiedlich mahlen zwo Compagni Frantzosen alhier logirt. Übernacht.

Nach der Nördlinger Schlacht (1634) hat der Obrist Hoffkirch mit 2000 pferten 3 gantzer tag alhier und Eltuil logirt hat die gantze Nachbarschafft ihrer ledigen Häuser wegen viel leyden und herausen geben müssen.

Nachmahls ist ein Schwadron Reuter von 4 Compagni alhier angelangt übernacht losirt ist ein großes uffgangen und die Nachbauren viel der Ausmärcker halber leiden müssen.

Capitain Krauthoffen ist mit 2 Compagni alhier angelangt uff Cappes Kirb 14 tag logirt, ist ein sehr großes Uffgang das schwerlich zu taxiren, und der ausmarcker ledige Häuser der Nachbarschafft ein großen Schaden verursachett.

Ein Regiments qurtirmeister noch mit 15 habente Solthaten mit weib und Kinder under Obristen lilly sparen gehörig logirt bey uns 4 monath.

Naher Meintz ahn brodt zu Commis müssen lieffern zu underschiedtlich mahlen 6 Malter hat danach von der gemeindt das Malter zu 5 Gulden müssen uffgeborgt werden.

Her Ritmeister Grimmad Schultig Eltuil undt Walluff in 12 wochen lauth beygelegter ab rechnung 266 Reichstaler 15 batz.

Ein leutenandt so ein Erbacher Closter losirt hat übernacht mit 300 Man alhier losirt viel gelt aufgebrest und die leuth übel kotirt.

Unsers gnedigster Her Verehrwein und an Costen so uffgangen alß Her Vitzthumb praehentirt worden (1638 ?, in diesem Jahr wurde Friedrich von Greiffenclau zum neuen Vitzedom ernannt) ist ahn uffgangen.

Alß H. Obrist Metternich zu Eltuil gelegen hat Obrist leutenant Westerholt mit einem ganzen Regiment 8 tag lang alhier logirt.

Die in der Aufstellung oft genannten "Ausmärker" waren Auswärtige (meißt Vermögende) Personen mit Grundbesitz in Niederwalluf, ohne das dortige Bürgerrecht zu besitzen. Für diese Personengruppe die sich in jenen Jahren nicht in Niederwalluf aufhielt, mußten die Niederwallufer Bürger die bei den Einquartierungen entstehenden Kosten mittragen.

Wenn meine Überlegungen stimmen, beschränken sich die genannten Einquartierungen auf die Jahre 1631 bis 1638.

Am 28. März 1686 wurde Peter Kirn zum Niederwallufer Oberschultheißen ernannt. Die Gemeinde war zu jener Zeit (38 Jahre nach Kriegsende) mit 246 Gulden verschuldet. In einer Notiz schrieb Kirn: "Diese Verpflichtung stammt noch aus dem schwedischen (Dreißigjährigen) Krieg".

Am 29. Dezember 1636 schreibt die Witwe Dorothea Katharina von Grorod, geborene von Lindau, aus Niederwalluf an Erzbischof Anselm Kasimir von Wambold: "... von ihrer Mühle zu Niederwalluf habe sie jährlich 10 Malter Pacht zu liefern. Da die Bürgerschaft und Gemeinde hier also verstorben und gering geworden, auch dergestalt verarmt, daß während einer vorher wöchentlich 1 Malter mahlen ließ, er jetzt in 4 Wochen nicht ein Virnsel zur Mühle bringen kann, so daß die Mühle die ganze Zeit stillgestanden hat. Auch sind die Früchte auf dem Feld durch das Kriegsvolk nicht allein hier, sondern auch an anderen Orten gänzlich abgeschnitten und die Pferde ausgespannt, so daß die Felder allenthalben wüst liegen bleiben". Aus den genannten Gründen bat sie um Preisnachlass für die Mühlenpacht.

1678 äußern Schultheiß und Rat der Gemeinde Niederwalluf bedenken wegen des Zustandes des Backofens. In einem Brief an den "Hochwürdigsten Ertzbischoff und Churfürst" heißt es: "Zue welchem und alhier zue under Walluff an das gebick der als genante backoffen, sambt einem da nahe stossenden bis an den Rhein gehenden Wall mit des Landts Kosten auffgeführt, und von denen seelig Vorfahren, als ein Werck, ahn dessen bestendiger erhaltung des Landts Rheingaw sicherheit und Wohlfart guten Theils hafftet, underhalten worden; Nunmehr aber seithero einiger geraumer zeit beginet daselbe sehr schadhafft zue werden, und fast allerdings zu Verfallen und in solchen abgang zue kommen, daß ins künftig weder die sonderlich bey yetzo noch wehrenden Leidigen Krieg (Eroberungskriege des französischen "Sonnenkönigs" Ludwig XIV.) besorgende gehlinge eintringung geriner Parthayen, noch auch, und so gar die Zigeuner, Landstreicher und ander dergleichen verdächtiges herrnloses gesind der gebühr und nohtdurfft nach nicht mehr abgehalten, infolglich dem darvon nicht nur uns, sondern dem ganzen offenstehende Land besorgenden großen schaden mit aigenmächtiger machung quartier, Raub und brand nicht mehr gewehret werden kan, Zugeschweigen dessen, was bey großen Wasserfluten und Eisgängen bey gäntzlicher Verfallung des Walles, bishero uns von einen Damm gedienet, vor ungemach und ungelegenheit Leicht erwachsen mögte, wie solches Ew. Churfürstl. Gn. vorm Jahr hier in Land gewesene commihsion bey dem mit Zuziehung dero Maintzl. Brückenmeisters und anderer Wercksverständigen eingenohmenen augenschein selbst befunden haben, Wan wir um nicht zwischen Ew. Churfürstl. Gn. werden zur bestendiger abwendung obberürter besorgens und schäden selbst vor eine nohtdurfft ermessen, daß die hochnötige reparation dieses abgehenden bauwes fürdersambst, und zwar wie ehender wie besser, ehe ettvan ain unglückh erfolget, vor die hand genohmen, und zum stand gebracht werde, Zumahlen dabey Ew. Churfürstl. Gn. Landsfürstlicher höchster respect, und interese vornehmblich mit versiret, als gelangt ahn Ew. Churfürstl. Gn. unser, als der gefahr am nechst gesessenen Höchst angelegene bitt, sie geruhen in dero Land des Rheingawes an unsere Vorgesetzte beambte die ernstliche Verordnung unbeschwehrt ergehn zu lassen, damit sie in dem Land zu besagter reparation erforderten anstalt, so bald immer möglich, machen, und als gesambter hand dieses so heilsambe Werckh angegriffen und ausgeführt werden möge, Ew. Churfürstl. Gn. erweise damit dem gantzen Land und sonderlich uns eine besondere hohe gnad, welche der Allmächtige Gott deroselbe mit Langwieriger und bestendiger Leibsgesundheit und gesegneter glücklicher regirung miltiglich vergelten wolle. Unterthänigst Trewgehorsambste Underthanen, Schultheiß, Rhat und gantze gemeind des Fleckens Nieder Walluff im Rheingaw". Daraufhin scheint eine Reparatur vorgenommen worden zu sein. Im Jahre 1771 (siehe unten) wird in einem Schriftstück dieser Vorgang erwähnt.

1687 unternahm der Amtsknecht Johann Heinrich Alter eine Gebückbesichtigung, bei der er folgendes bemängelte: "So auß gnädigen befehls Ihrer freyhl. gnaden des Herr Vicedombs durch den Chur Maintzl. landt Hauptman Christoph kund undt mich underschriebenen d 24. und 25. November anno 1687 beschene undt befunden alß noch folgend

Clinkenpfort Verfält, undt ist Nohtig zu repariren.

Das gebückh von Newendorff biß ahn die Klinge ist hoch Nöthig zu bücken, undt zu durchsetzen, will aber von Niemandt gethan werden, wegen des Closter Dieffenthal undt ist daß gebück daselbsten gar schlecht.

Man siehet auch daß umb die Pohlwercken, daß dürre holtz, wie auch bey Newendorff undt der Walckmühll, auß dem gebückh getragen würdth, dahiro selbiges licht undt durch sichtig, daß man Endlig dardurch gehen kann.

die gräben ahn den Pollwercken belangent, sindt zu gefallen, die brücken, Pallisaden und schläge sind verfallen undt verfault, zu unsicher undt gefährlichen Zeiten müßen selbige gemacht werdten".

Daraufhin erging folgendes Dekret: "Es sollen die Jenige Flecken so hierinnen verzeichnet (Aufstellung fehlt) die ihnen ahsignirten gebückhs bezürckh ohn Ver.... wider zu behörigen guten stand setzen undt repariren, widerigen falß die saumselbbige uff ferneres wahrennehmen undt Einer Empfindliche Straff ahngesehen werdten, zu welchen Ende dem Ambts Knechten hinweis Commision Ertheilt wirdt hiemidt benöthigthe ahn ordnung Zuthun

geissenheim d 19ten Dezembris. 1687

Frh. von Ingelheim

Das der Backofen noch immer eine wichtige Rolle spielte, beweisen mehrere Rechnungen im Heimatarchiv Walluf.

Während der Eroberungskriege des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. von Frankreich wurden der Rheingau und die Gebückbollwerke von französischen Truppen besetzt. Im Januar 1689 verursachten französiche Soldaten, welche den Backofen besetzt hielten Verpflegungskosten in Höhe von 74 Gulden 12 Kreuzern. Die von "1 Sergant, 1 Corporall, 1 Fourirer und 13 gemeinen" verursachten Kosten betrafen im wesentlichen Brot und Wein.

Im April 1689 entstanden für einen Leutnant und 15 Mann innerhalb von 25 Tagen Kosten in Höhe von 37 Gulden 35 Kreuzern. Auch diese Soldaten waren im Backofen untergebracht. Die Verpflegungskosten wurden von Niederwalluf und sieben weiteren Rheingaugemeinden gemeinsam aufgebracht.

Schließlich liegt noch eine Kostenaufstellung vor, die beweist, daß vom 15. April 1689 an 8 Rheingauer Gemeinden 17 Gulden 30 Kreuzer aufbringen mußten, "so wochentlich dem Officier uff dem backoffen gereicht werden müssen für sein Kost und sonsten".

Um zu ersehen welche Summen für die Verpflegung aufgebracht wurden, folgende Preisbeispiele:

1680 hat Anton Schupert seiner Schwiegermutter ihr an der Hauptstraße liegendes Haus für 150 Gulden abgekauft.

1682 verkauft die Gemeinde Niederwalluf einen am Petersweg gelegenen Bauplatz für 18 Gulden.

Im 18. Jahrhundert

(Karte des Rheingaus um 1708)

Laut Akte 014/1704 (Heimatarchiv Walluf) quittiert der Niederwallufer Zimmermannsmeister Peter Meißenang dem Herrn Hartman Schneider, derzeit Ratsbürgermeister zu Niederwalluf, dass er das Tor am Bollwerk, mit dem "Hebgeschirr widerum gehoben, damit solcheß zu gemacht werden kann". Er wurde für diese Arbeit mit 30 Kreuzern bezahlt.

1741 schreibt der "Churfürstl. Mayntzl. Hoffrathspräsident, Großhoffmeister, Cantzler, Cantzley Director, geheime Hoff und Regierungsrath" dem Vizedom und der Landschreiberei des Rheingaus: "... Was bey uns der Schultheiß und gerichten zu Niederwalluff wegen reparirung des durch das Eyß und große gewässer ruinirten Landgewehr per Memoriale Vorgestellt, solches haben wir seines Einhalts Verlesen hören: allermassen nun in anno 1678 wegen reparation und Verwahrung des so genannten Backoffens und Zugehör von Schultheiß und Rath zu Niederwalluiff ebenmäßig Klag erhoben worden, auch hub dato d 29. July ejusdem anni der befehl dahier ergangen, daß die reparation vorgenommen, die nöthige cösten aber von denen, die solche hieb vor getragen, und Eß zu thun schuldig, wird trumb bey geschafft werden; alß ist unser befehl der Herr und Ihr hetten in Conformitat dessen, wie es dazumahl verfüget worden, das nöthige zu besorgen, und wir Verbleiben demselben ahngenehme freundliche dienst zu erweisen steets willig und bereith, auch allem guten wohl bey gethan, Maintz d 27 Aprill 1741.

NB: Obiges mit dem strichen Zubehör bezeichnet bedeuthet die landt Thor und das Orth am Rhein".

Ob daraufhin Renovierungsarbeiten erfolgten, ist nicht bekannt.

Ebenfalls 1741 tagte das Haingericht unter Vorsitz des Haingerichtsobmanns und Vicedom des Rheingaus Johann Philipp Graf von Ingelheim in Niederwalluf. Das überlieferte Sitzungsprotokoll trägt den Titel: "den Vorder und Hinterlandtswaldt betreffend, wie auch das gebick worinn wir Niederwalluffer Recht mit haben". Wie aus folgender Abschrift hervorgeht war Niederwalluf außer für die Befestigungsanlagen im Ortsgebiet auch für Teile des Gebückes an der Klingenpforde zuständig. Das Protokoll vermerkt: "Mithin hat man von gerichts wegen von Niederwalluff durch Hr. Unterschultheiß Müller und gerichts freundt Hr. Johann Nicolay nahmens der gemeindt geg das under haingeraith von Eltuille in gegenwarth dessen ambt schultheis Nahmens Hr. Reidell, weil dieselbe geg die walluffer unbillig und geg recht Verfahre protestir lassen, in specie, weil sie Eigens gefallen, ohne gethane anfrag das Landgebück ober der Klingenpforth worinnen die Niederwalluffer ihre District ahngewiese und allerzeit zu bücken gehabt, gemeltes gebick hauen und zu Claffter Holtz und wellen mache lassen".

Kur-Mainzer Grenadier

um 1757

(Knötel, Uniformenkunde)

Noch ein Vorfall beschäftigte 1741 das Haingericht mit einem Niederwallufer Problem. Der Bürger Johann Adam Heu hatte in seinem vom Schwiegervater Jacob Wagner ererbten Wiesengarten am Teufelsgraben "eigenmächtig angemaset die Hecken (des Gebücks ?) auszuhauen und zum Landtgraben zu gegen recht und billigkeith zu seinem garthen ahnraumen wollen, und weilen er für einen frevel erkanth worden ist, so hatt man umb alles in eine rechtliche ordnung zu bringen den Garten, so sich in der Maas ad 1/4 14 ruthen befunden, ihme die helfft zugemessen, und so gleich stein gesetzet". Vom Haingericht wurde Heu für schuldig befunden "den so genannten Teufelsgraben gegen recht ahn sich zu ziehen" und zu einer Strafe von 3 Gulden verurteilt.

Der Johannisbrunnen befand sich früher im Bollwerk selbst und wurde 1768 in den zuvor trocken gelegten Graben geleitet. Beim Bau der Chaussee 1808, als man sie gegen den Graben hin durch eine aus den Steinen des Bollwerkes aufgeführte Stützmauer sicherte, wurde die Brunnenleitung durch ein zu diesem Zweck eigens errichtetes Gewölbe geschützt.

1770 begann man mit der Abholzung des Gebücks und der Niederlegung der Bollwerke. Am 31. Dezember 1785 weist Schultheiß Henrich den Bürgermeister Zoppi an, eine Rechnung in Höhe von 30 Gulden zu begleichen. Nach dieser Rechnung "wurde mit folgenden Einwohnern als Jacob Hilt, Mathes Rittmann, Valentin Baumann, Jacob Weil, Nikolaus Müller - um an den bollwerck stein zu brechen - Ruthenweis als p Ruth 1 Gulden zu brechen Veraccordiert, welchen nach dann die selb 30 Ruthen stein gebrochen".

Das die Steine tatsächlich gebrochen wurden, bescheinigte Vorsteher Christoph Limb. Wie ein Nachtrag des Schultheiß Henrich zeigt, wurden die Steine zum "Straßen und Rheinbaw" (Rheinuferbefestigung) verwendet. Unklar ist nur, ob die Rute hier als Flächenmaß (21,2 Quadratmeter) oder als Längenmaß (4,60 Meter) gemeint war.

Die Stabilität des Backofens scheint trotz seines Alters zu jener Zeit immer noch beträchtlich gewesen zu sein. So schreibt 1790 Pater Bär, der Chronist des Klosters Eberbach: "Die Festigkeit des ganzen Werkes ist noch an den heutigen Überbleibseln kennbar. Trotz Alter, Wind und Wetter, stehen sie gleich einem Felsen unzerrüttbar da und vereiteln durch unüberwindlichen Widerstand schon manchen Versuch ihrer Auflösung".

Am 21. Oktober 1792 wird Mainz von den französischen Revolutionstruppen des Generals Coustine besetzt. Unter dem Schutz dieser Truppen konnte sich für kurze Zeit die erste Republik auf deutschem Boden etablieren. Im Dezember 1792 wurde Niederwalluf durch preußische Husaren besetzt. Sie begannen im Januar 1793 damit, den Backofen wieder funktionstüchtig zu machen. Während der Belagerung von Mainz im gleichen Jahr durch die vereinigten deutschen Truppenkontingente wollten die in Niederwalluf einquartierten Preußen das Bollwerk mit Kanonen bestücken. Daraufhin beschossen die Franzosen von der anderen Rheinseite den Backofen. Dabei wurde einem Burschen der sich auf dem Gebäude aufhielt "ein Bein zerschossen". Der Winkeler Frühmesser Scheerer schrieb zu diesem Vorfall in seinem Tagebuch (Hess. Hauptstaatsarchiv Wbn., Handschriftensammlung): "Am 1. Jänner (1793) fingen die Franzosen mit ihren Kanonen von der Aue bei Eltvill zu feuern an, indessen Soldaten mit Nähen und Nachen herüberfuhren. Es waren noch keine deutschen Truppen im Rheingau außer etwa 20 preusische Husaren zu Eltvill, diese saßen gleich auf und sprengten gegen den Draiser Hof, wo die Nachen nicht mehr weit vom Land waren, sie feuerten ihre Karabiner und Pistolen auf die Nachen ab, worauf sie wieder zurückfuhren. Das Kanonieren auf Eltvill dauerte aber noch einige Zeit fort, wodurch viele Häuser beschädigt wurden. Die Preußen besetzten nun das Rheingau, sie wollten das Bollwerk in Stand setzen, und Kanonen darauf pflanzen, die Franzosen feuerten stark herüber auf die Arbeiter und auf die Häuser, auf dem Bollwerke wurde einem Burschen von Walluf durch eine Kanonenkugel ein Bein zerschmettert. Auch im Februari schossen sie wieder auf die Häuser, da aber die Preußen auch Kanonen aufführten und hinüber feuerten, so hörten die Franzosen auf".

Nachdem im März 1793 die deutschen Heere Mainz eingeschlossen hatten, begann am 18. Juni 1793 die Beschießung der Stadt, der am 23. Juli die Kapitulation der eingeschlossenen französischen Truppen folgte. Die Belagerung der Stadt Mainz wurde von Goethe, der eigens aus diesem Anlaß anreiste, beobachtet und beschrieben. Auch sonst scheint die Belagerung mit großem Interesse verfolgt worden zu sein, anders läßt sich die große Anzahl gedruckter Belagerungspläne, die im gleichen Jahr veröffentlicht wurden nicht erklären.

Eine "Carte von der Gegend um Mainz, nebst dem Lager der Allierten vom 18ten Juny 1793" zeigt, daß auch Niederwalluf in den Belagerungsring mit einbezogen war. Etwa in Höhe der Johanniskirchenruine befanden sich Stellungen "Preusischer Batterien zu bestreichung der Auen". Der Karte ist außerdem zu entnehmen, daß im "Städtchen Walluf in welchem der Depot der preußischen Artillerie befindlich, und 150 hessische Grenadiere liegen".

Nach dem Abzug der französischen Truppen am 24. Juli 1793 begann die Verfolgung der Mainzer Republikaner. Am 28. August wurde General Coustine in Mainz hingerichtet. Aber bereits am 31. Dezember 1797 befand sich Mainz wieder in französischer Hand. Darüber hinaus wurde Mainz mit dem gesamten linken Rheinufer 1798, mit Zustimmung vieler deutscher Potentaten, der französischen Republik einverleibt. Dieser Zustand bestand bis zum Untergang Napoleons 1814. In dieser Zeit wurde Niederwalluf zur Grenzstadt. Der Rhein bildete hier die Grenze zwischen dem Herzogtum Nassau und Frankreich.

Im 19. Jahrhundert

Über den Landgraben wird 1802 notiert: "Der Niederwallufer Graben oder Wall fängt etwa 20 Schritte vom Rhein an, ein unterer Steinwall läuft aber bis in den Rhein. Der Graben von etwa 70 bis 80 Schuh Breite, der Hohe Wall aber an 40 Schuh stark oder breit. Der Graben ist unten am Rhein zu, etwa 100 Schritt von der Walluf entfernt. Der gerade Wall ist etwa 200 Schritte lang. Der Wall ist noch mit Hecken bewachsen" (Auskunft Scharhag).

1808 wurde der Backofen an den Niederwallufer Bürger Zerbe verkauft. August von Cohausen schreibt in seinem 1874 erschienenen Aufsatz "Das Rheingauer Gebück" (Nass. Annalen, Bd. XIII): "Der Backofen, ein vorzugsweise sogenanntes grosses Bolwerk, das neueste von Allen (Bollwerken des Rheingauer Gebücks): da es keine Wölbung hatte, so scheint es überhaupt nicht fertig gebaut worden zu sein, es wurde 1808 beim Bau der Chaussee abgerissen. Sein Fundament sahe man an der Ostwand des vom Bahnhof bis zur Chaussee führenden Hohlwegs. Hier schliesst sich der tiefe künstliche Graben an, der nördlich an der Chaussee und südlich am Rhein endigt und in dem Johannisborn ausfliesst."

Die Gewölbe- und Geschoßdecken des Backofens setzten dem Abbruch soviel Widerstand entgegen, daß man schließlich auf die Idee verfiel, die Decken durch ein Holzgestell abzustützen. Danach wurden die Außenmauern abgebrochen, anschließend durch Abbrennen des Holzgerüstes die Decke zum Einsturz gebracht. Die restlichen Teile wurden gesprengt.

Zerbe scheint nicht nur den Backofen auf Abbruch gekauft zu haben, sondern auch das Grundstück, auf dem die Festung stand. Laut Stockbuch der Gemeinde Niederwalluf wurde am 25. April 1850 die zweite Frau des Anton Reitz, Elisabetha geborene Zerbe durch Übergabeakt Eigentümerin des Ackers Backofen zwischen der Kiesgrube und der Chaussee. Die Größe des Ackers wird mit 40 Ruten, 50 Schuh angegeben. Um 1910 befand sich das Grundstück im Besitz des Niederwallufer Weinhändlers Komes, der hier einen wenig ertragreichen Weinberg aushauen und statt dessen einen Obstgarten anlegen ließ.

Da wo das Gebück das hinter dem Wallufbach ansteigende Gelände ("Schliefs-Park") erreichte, lag das zweite größere Bollwerk, der "Stock", der zum Schutze des Ortes am Ende des 15. Jahrhunderts von der Landschaft errichtet wurde. Cohausen schreibt: "Das obere Oestricher Bollwerk, auch der Stock genannt, wurde aus der bereitwilligen Beisteuer der ganzen Landschaft unter Erzbischof Berthold (1484 - 1504), derselbe der die Casteller Landwehr und die Erbenheimer Warte erbaut hat, errichtet". Cohausen erwähnt ein Protokoll mit folgender Zustandsbeschreibung des Stockes und dem benachbarten Gebück: "Im Jahr 1619 war auch hier das Dach baufällig, auch ging dasselbst gegen Frankensteins Mühle ein gänger Fußpfad, und beim Paradies findet sich ein Wasserabfall durcs Gebück, so mit Zwerkhölzer versehen werden soll; auch gegenüber der Hochmühle fanden sich 5 durchgehende Pfade". Zum Bau des Stocks steuerte das Kloster Eberbach zur Unterhaltung der Werkleute 100 Malter Korn und 3 Fuder Wein bei. Reste der Grundmauern dieses Bollwerkes sind heute noch zu erkennen.

In der Regierungszeit des oben genannten Erzbischofs Berthold von Henneberg wurde das Rheingauer Gebück gewaltig verstärkt. Unter ihm wurde neben dem Backofen und dem Stock 1491 der Weiße Turm und 1494 das Mapper Bollwerk, dessen 500jähriges Jubiläum dieses Jahr gefeiert werden kann, erbaut.

Auch die Landwehr, welche die zum Kurfürstentum Mainz gehörenden Orte Kastel, Kostheim, Hochheim und Flörsheim schützte, wurde in der Regierungszeit des Berthold von Henneberg um 1490 erweitert und mit vier Warttürmen versehen. Auch diese Anlage wurde bis auf die "Erbenheimer Warte", zwischen Kastel und Erbenheim gelegen, zerstört.

Der Fußweg nach Oberwalluf verlief zu Zeiten als das Gebück noch gepflegt wurde auf der rechten Seite des Wallufbaches (durch den heutigen Schliefs Park). Die beiden Brücken über den Wallufbach (am Kindergarten im Paradies und hinter dem Rathaus) wurden erst nach dem Abbruch des Gebücks, wahrscheinlich aus Abbruchmaterial des Stocks, erbaut. Der Fußweg wurde auf die linke Seite des Wallufbaches verlegt. Der damalige Eigentümer des Schliefs Hofes, Jacob Friedrich Gontard, wurde (laut Stockbuch) mit der Verbindlichkeit belastet "unterhalb des Gebücks eine steinerne Brücke zum Fahren und oberhalb des Gebücks eine desgleichen, jedoch nur für Fußgänger dienlich, zum öffentlichen Gebrauch aufzuführen, auch beide Brücken sowie den Weg und den Kanal an dem Bachabschlag der Fahrfortischen Mühle zu unterhalten, und zwar alles dieses zu Gunsten der Gemeinde Niederwalluf und ohne auf Entschädigung von derselben Anspruch machen zu können". Die 13 Wiesen im Distrikt Lohwiese die ebenfalls zum Schliefs Hof gehörten und durch die der neue Weg führte, sind "Belastet mit einer Fußpfadegerechtigkeit zu Gunsten der Gemeinde Niederwalluf".

Im Schliefs Park, an der Grenze zwischen Ober- und Niederwalluf befand sich ein weiteres Befestigungswerk von dem Cohausen schreibt: "Ein den Oestrichern zuständiger Mauerstumpf, von dem es 1619 heisst, daß er überdacht werden soll, damit man trocken darunter stehen könne". Auch an dieser Stelle befinden sich Mauerreste im Erdreich.

Neben dem Rheingauer Gebück gab es noch ein Niederwallufer Gebück, welches am Rhein, in Höhe des heutigen Sportplatzes mit dem bis zur Hauptstraße ziehenden "Teufelsgraben" begann und sich durch Weinberge und Ackerflur bis zum Wald erstreckte. Dieses schmälere Gebück stand nicht mit dem Landgebück in Verbindung und war ausschließlich Sache der Gemeinde Niederwalluf. Es ist nicht geklärt, ob diese Anlage als vordere Linie des Landgebücks, oder lediglich zum Schutz der Niederwallufer Feldgemarkung errichtet wurde. In Höhe des Durchganges der alten Schlangenbader Chaussee durch das Niederwallufer Gebück befand sich früher eine Feldgemarkung mit dem Namen "Brückenschloff". Auf einer von dem Feldmesser Hock (im Staatsarchiv verwahrten) 1774 erstellten Landkarte ist hinter dem Teufelsgraben im Johannisfeld (Keppel-Gärten) ein Turm verzeichnet, der sicher auch Teil der Befestigungsanlagen war. Dieses Gebäude wird an keiner Stelle erwähnt, nichts ist darüber bekannt. Auch über Mauerreste in diesem Gebiet ist noch nichts verlautet. Einem Akt im Wallufer Heimatarchiv (531/1763, Beilage 531C) ist zu entnehmen, dass die Gemeinde mittels Schreiben der Landschreiberei aufgefordert wurde, "Die Beholtzung der öden plätzen mit Holtz" vorzunehmen. Dem Antwortschreiben ist unter anderem zu entnehmen: " ... sonsten aber keine gemeine alimenten haben, worinenn weiden holtz angepflantzet werden könne, so dann das alte nach dem waldt ziehende alte gebück worinnen Eichelen können gepflanzt werden, welche mann dann schon mehrmales mit Eichelen besetzet, auch ziemlich gewachsen, aber durch die schaaff und geissen wieder abgefressen worden".

Im 20. Jahrhundert

Der Johannisbrunnen im Gebückgraben (Ausschnitt einer Ansichtskarte um 1912)

1923 wurden die noch vorhandene Reste des Grabens zwischen dem Johannisbrunnen und dem Rhein mit dem Erdaushub, der beim Ausbau der Kellerräume Weinhandlung Franz Waldeck & Söhne (später Fruchtsaftpresserei August Eckes) in der Bahnhofstraße anfiel, aufgefüllt. Lediglich ein ca. 110 Quadratmeter großes Areal, direkt an der Hauptstraße blieb bestehen. In diesem Grabenrest befand sich der Johannisbrunnen.

Anfang der 50er Jahre unseres Jahrhunderts wurden bei der Verbreiterung der Hauptstraße und dem Bau des späteren evangelischen Gemeindehauses Mauerreste des Backofens entdeckt. Leider machte man sich nicht die Mühe, die Anlage zu vermessen und die Ausgrabung fotografisch zu dokumentieren.

1952 entstand auf dem Grundstück ein Terassenrestaurant, aus dem dann das Kino Wissmeyer entstand, das sich im Jahre 1963 im Besitz von Gisela von Bank, Kiedrich, befand. Später wurde das Gebäude von der Evangelischen Kirchengemeinde erworben und zum Gemeindehaus umgebaut. 1964 wurde auch der Restgraben aufgefüllt und von Herrn Jellrich Rassau ein Wohnhaus mit Apotheke errichtet (Hauptstraße 60). Das Brunnengewölbe blieb bestehen und ist über die Kellerräume des Hauses Hauptstraße 60 zu erreichen. Der Brunnen wurde nach oben geführt und ein Auslaufbecken errichtet.

Im Frühjahr 1991 wurden bei Ausschachtungsarbeiten zum Bau eines Hauses an der Hauptstraße, Ecke Schöne Aussicht drei größere Mauerbrocken aus dem Fundament des Backofens gefunden und sichergestellt. Wie sich dabei herausstellte, wurde das Bollwerk aus Kalksteinen der Budenheimer Steinbrüche errichtet. Die Gemeinde Walluf sicherte auf Initiative des Heimatarchivars Stemmler die Fundstücke. Sie sollen an geeigneter Stelle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bei Kabelverlegearbeiten im Juni 1994 wurden von H. Stemmler und N. Michel an der Hauptstraße unterhalb des evangelischen Gemeindehauses Mauerreste entdeckt. Dieser Fund wurde wie die Entdeckung der Mauerbrocken 1991 dem Landesamt für Denkmalschutz gemeldet und von diesem vermessen. Die 1994 entdeckten Mauerreste stammen mit ziemlicher Sicherheit von der Bollwerkspforte.

Im Jahre 2013 wurde das evangelische Gemeindehaus an einen privaten Investor veräußert, der das Gebäude Ende des Jahres 2013 abbrechen ließ. Als man dann im Februar 2014 größere Erdbewegungen vornahm, um den Bau einer Tiefgarage vorzubereiten, kamen sehr große Mauerreste, die sich etwa 2 Meter unter der Erdoberfläche befinden, zum Vorschein (Foto: Gerhard Füll).

Heimatarchivar Hermann Stemmler vor den Fundamentresten des Backofens

Was ist sonst noch an Resten der Befestigungsanlagen in Niederwalluf zu finden?

Neben den obengenannten Mauerresten die 1991, 1994 und 2014 entdeckt wurden, gibt es noch einige Fragmente von Gebückmauern an der Adelheidstraße und hinter dem Kindergarten im Paradies (Bild links, um 1998). In der Mauer einer Grundstücksbegrenzung der Hauptstraße 49 befinden sich ebenfalls noch Mauerreste der Befestigung. Daneben gibt es noch, wie bereits erwähnt, die Fundamente des Stockes (die mittlerweile, Juli 2012, beginnen auseinander zu fallen), und des Oestricher Bollwerkes hinter dem Rathaus.

Im Untergeschoß des Gasthauses Ruppert befindet sich ein altes Kellergewölbe, welches wahrscheinlich Teil der Befestigungsanlagen am Backofen war.

Im Schmiedegässchen, rechts des Bachlaufes, befinden sich im Verlauf des Weges zwischen Kirchgasse und Hintergasse, drei Mauerreste, die heute den Anwohnern als Grundstücksbegrenzung dienen, die vermutlich ebenfalls Teil der Befestigungsanlagen waren.

Hinter der Zugangsklappe zum Johannisbrunnen (siehe Bildausschnitt von 1912) befindet sich ein mehrere Meter langer Gang, der am Ende durch Geröll (Mauerwerk ?) versperrt ist. Unter Umständen befand sich hier ein Zugang zu den kellergewölben des Backofens.

Dies ist leider alles, was von der einst bedeutenden "Festung" Walluf übrig geblieben ist.

Seit einiger Zeit gibt es einen Rheingauer Gebückwanderweg. Die Strecke ist ausgeschildert und man kann von Niederwalluf bis Lorch am Verlauf des ehemaligen Gebücks entlang wandern.

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© 1994, 2009 Norbert Michel Walluf